Die Masterthesis untersucht Skandalmechanismen und kollektive Empörung als strategische Treiber für gesellschaftliche Transformation. Statt als destruktive Spektakel werden sie als strukturierte Kommunikationsprozesse analysiert, die tiefgreifenden Wandel anstoßen können.
Ein Ereignis wird nach wissenschaftlicher Definition erst zum Skandal, wenn drei Bedingungen aufeinandertreffen: ein gesellschaftlicher Normbruch, seine öffentliche mediale Enthüllung und eine daraus folgende kollektive Empörung. Somit können sie als Katalysator dienen, um verfestigte, problematische Strukturen zu destabilisieren und echte Veränderung anzustoßen.
Um dieses theoretische Wissen anwendbar zu machen, wurde die Thematik in zwei Gestaltungsartefakte übersetzt. Umgesetzt wurde ein strategisches Kompendium in Form eines handlichen, analogen Wendebuchs. Es vereint zwei Aspekte:
· Theoretisches Wissen in Form eines zugänglichen Skandal-Kompendiums
· Praxisnahe Inhalte in Form eines Playbooks mit Strategien für konstruktivere Skandalgestaltung
Ergänzt wird das Buch durch einen digitalen „Skandal-Scanner“. Dieses spekulative Reflexionstool analysiert mediale Schlagzeilen darauf, ob sie problematische Zustände normalisieren oder Verantwortlichkeiten verschleiern. Auf diese Weise werden verborgene Empörungsdynamiken direkt erfahrbar und kritisch hinterfragbar gemacht.