Ein strategischer Ansatz zur Integration von Design für Wohlbefinden in Gestaltungsprozesse
Alina Zimmermann
Positive Design ist ein gestalterischer Ansatz, der das menschliche Wohlbefinden bewusst in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, Produkte, Services und Systeme so zu gestalten, dass sie nicht nur funktional sind, sondern Menschen langfristig in ihrem guten Leben unterstützen. Dabei basiert Positive Design auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Bereichen wie Psychologie, Glücksforschung und nutzerzentrierter Gestaltung. Trotz seiner hohen gesellschaftlichen Relevanz ist Positive Design bislang kaum in der praktischen Designarbeit verankert und wird häufig nur implizit angewendet.
Eine Status-Qup Analyse zeigt eine deutliche Lücke zwischen Theorie und Praxis. Während Positive Design in Forschung und Lehre gut etabliert ist, fehlt es an konkreten Übersetzungen in Projekte, Prozesse und Methoden für Gestalter*innen. Vorhandenes Wissen liegt überwiegend in theoretischer, oft englischsprachiger Form vor und ist schwer zugänglich. Inspirationen, Methoden und Beispiele existieren zwar, sind jedoch nicht gebündelt und nur isoliert auffindbar. Dies erschwert eine gezielte Anwendung im Gestaltungsalltag erheblich.
Die Arbeit formuliert zehn zentrale Ziele des Positiven Designs, die Gestalter*innen als Orientierung dienen. Sie helfen dabei, Ansatzpunkte für positive Gestaltung zu erkennen und gezielt weiterzuentwickeln. Die Ziele strukturieren mögliche Wirkungsfelder von Design, etwa die Förderung von Zufriedenheit, Sinn, sozialer Verbundenheit, Selbstwirksamkeit, emotionaler Stabilität oder langfristiger Lebensqualität. Sie dienen nicht als starre Vorgaben, sondern als Denk- und Handlungsrahmen für eigene Projekte.
Auf Basis der theoretischen Grundlagen wurden mentale Modelle und ein klar strukturierter Positive-Design-Prozess entwickelt. Dieser Prozess gliedert sich in fünf Phasen, in denen jeweils spezifische gestalterische Ziele im Vordergrund stehen. Die Aufteilung ermöglicht es Gestalter*innen, sich schrittweise mit relevanten Fragen auseinanderzusetzen und je nach Phase passende Methoden einzusetzen. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren und Positive Design konkret handhabbar zu machen.
Das Positive Design Kit ist eine digitale Plattform für die Anwendung des positiven Designs in der Gestaltung. Es bereitet die Theorie des Positiven Designs praxisnah auf und verbindet Wissen, Methoden und konkrete Anwendungsbeispiele. Das Kit richtet sich an Gestalter*innen und bietet unterschiedliche Zugänge zum Thema, die von theoretischen Einstiegen bis zu echten Cases reichen. Es ermöglicht den Nutzenden, selbst zu entscheiden, wie intensiv Positive Design in ihre Arbeit integriert wird, und senkt gezielt die Hürde zur Anwendung im Designalltag.