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NAVORA – Der Moment davor

Safety as a Service: prädiktives Crowd Management mit dynamischem Leitsystem aus der Luft!

Noah Hielscher

Sarah Schuster

Merlin Seeling

Wir glauben, dass Sicherheit bei Großveranstaltungen kein Zufall sein darf. Wer erst reagiert, wenn etwas passiert, ist zu spät. Sicherheit beginnt in den Minuten davor.
~ Merlin, Noah, Sarah

Sicherheit, die man buchen kann

NAVORA ersetzt bei Open-Air-Events starre Fluchtwege durch ein prädiktives Leitsystem. Analysedrohnen beobachten das Gelände aus großer Höhe und erkennen kritische Situationen frühzeitig. Ein Dashboard mit KI-gestützten Handlungsempfehlungen gibt allen Beteiligten erstmals ein übergreifendes Echtzeit-Lagebild und damit die Möglichkeit, zu agieren statt zu reagieren. Im Ernstfall führen Leitdrohnen die Besucher:innen über Licht- und Tonsignale aus der Gefahrenzone.

Statische Konzepte treffen auf dynamische Gefahren

In unserer Recherche stoßen wir auf vier Kernprobleme.

Statische Flucht- und Rettungspläne. Fluchtwege werden Monate vor dem Event geplant, gedruckt und an Zäune geschraubt. Sie kennen die Menge nicht, die sich später darauf bewegt. Im Ernstfall nehmen nur 38 Prozent der Menschen eine statische Fluchtwegbeschilderung überhaupt wahr. Dynamische Systeme erreichen 77 Prozent (Galea et al., 2014).

Verhaltensansteckung in der Masse. Menschen folgen nicht dem Schild, sondern den Menschen um sie herum. Panik überträgt sich schneller als jede Anweisung (Wu & Yi, 2025). Bei der Loveparade 2010 sterben 21 Menschen, 652 werden verletzt, sechs weitere nehmen sich bis 2014 das Leben (Gerlach, 2020; LoPa-2010, zitiert nach Wikipedia, o. D.).

Getrenntes Lagebild der Einsatzkräfte. Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienst und Veranstalter arbeiten jeweils mit eigenen Systemen und eigenen Informationen. Ein gemeinsames Bild der Lage entsteht erst im Nachhinein (BRK-Einsatzkraft, persönliche Kommunikation, 17. Mai 2026).

Zeitintensive Lageplanerstellung. Sicherheitskonzepte entstehen in monatelanger Handarbeit und müssen für jede Behörde neu aufbereitet werden. Ohne Genehmigung kein Festival, und die Kommune trägt am Ende die Verantwortung für eine Unterschrift, deren Wirkung sie nicht überprüfen kann.

Die Lösung lautet NAVORA

NAVORA gibt Veranstaltenden ein System, das Gefahren erkennt, bevor sie entstehen und Besucher:innen sicher aus der Gefahrenzone führt.


NAVORA löst im Kern vier Probleme


Wie wird NAVORA erlebbar?

In sieben Kapiteln zeigen wir sieben Berührungspunkte von NAVORA im Alltag eines Festivals. Von der Buchung über die Genehmigung bis zum Ernstfall.

Bevor wir starten, zwei Menschen, die uns durch die Geschichte begleiten. Markus leitet das Event. Er bucht NAVORA und trägt die Verantwortung. Leyla besucht es. Sie merkt von NAVORA fast nichts und profitiert am meisten davon.

Die Buchung

Markus sieht NAVORA zum ersten Mal auf einer Messe. Für Rock am Ring will er es buchen. Er geht auf die Website, wählt sein Paket, und die Zusammenarbeit beginnt. Kein Vertrieb, kein Angebotsprozess über Monate.
Die Website führt B2B. Case Studies, harte Zahlen, ein Auftritt, der technologische Überlegenheit ausstrahlt. Markus soll nicht überredet werden, er soll überzeugt sein, bevor er anruft.


Die Planung

Wochen später ist die Analysedrohne bereits über dem Gelände geflogen und hat es vermessen. Auf diesem Lageplan platziert Markus die Infrastruktur von Rock am Ring, Bühnen, Stände, Zäune, Sanitätsposten. Das Dashboard begleitet ihn dabei mit Handlungsempfehlungen. Es simuliert Katastrophenszenarien und leitet daraus Flucht- und Rettungswege ab.
Was früher ein Team über Wochen beschäftigt, dauert jetzt Stunden. Und NAVORA übernimmt die Schnittstelle zur Genehmigungsbehörde gleich mit.
Ein Punkt, den wir grundlegend anders denken als alle bisherigen Lösungen: Der Plan ist ein Status quo, kein abgeschlossener Zustand. Verändert sich während des Events etwas, entstehen neue Engpässe, müssen Wege neu gedacht werden, dann passt das System den Plan im Moment an.

Das Ticket

Leyla bekommt von alldem nichts mit. Sie kauft ihr Ticket und stolpert dabei über einen Banner. Neugierig sucht sie weiter und findet auf den Kanälen des Veranstalters einen Info-Post, der erklärt, was NAVORA tut und was es nicht tut.
Das Konzept überzeugt sie so sehr, dass sie es einer Freundin schickt. Die war beim letzten Mal nicht mitgekommen, aus Angst vor einem Vorfall wie 2010.

Die Ankunft

Am Tag des Festivals kommt Leyla mit ihren Freundinnen an, die Freundin von damals ist dabei. Leyla ist leicht angespannt. Sie weiß, wie stressig die Parkplatzsuche werden kann.
Dann schwebt eine Drohne vor ihr, mit dem bekannten Parkplatz-Symbol, und navigiert sie schneller als je zuvor zu einem freien Platz.
Das ist kein Zufall. NAVORA braucht im Ernstfall das Vertrauen der Besucher:innen. Wer diese Drohne zum ersten Mal in einer Panik sieht, folgt ihr nicht. Also schaffen wir das Vertrauen vorher, mit positiven Erlebnissen.
Die Leitdrohne ist durch einen Propellerkäfig geschützt, Sensoren helfen ihr bei der Navigation. Im Standby ist sie kaum wahrnehmbar. Erst wenn sie gebraucht wird, aktiviert sich ihr Lichtsystem und sie übernimmt die Führung.

Das Monitoring

Im Hintergrund sitzt Jens in einer mobilen Zentrale. Er ist Crowd Data Analyst bei NAVORA, ein Berufsbild, das es so noch nicht gibt.
Seine Daten kommen von den Analysedrohnen. Die schweben in 100 Metern Höhe und greifen nie ein, sie beobachten nur. E-Ink an den Flügeln macht sie unauffällig. Acht Arme mit je zwei Rotoren halten sie auch bei Teilausfällen in der Luft, ein Fallschirmsystem sichert den Komplettausfall ab.
Die KI wartet die Bilder sofort aus. Personenbezogene Daten werden nie gespeichert. Sie werden im Moment der Erfassung in anonyme Bewegungsmuster übersetzt.

Der Ernstfall

Ein Vorfall wird gemeldet. Die Leitdrohne wechselt in den Interventionsmodus. Rotes Licht, das Erste-Hilfe-Zeichen. Sie navigiert die Einsatzkräfte durch die Menge und macht ihnen gleichzeitig den Weg frei.
Leyla sieht die Drohne und weicht instinktiv zur Seite. Sie muss nicht wissen, was passiert. Sie muss nur wissen, was die Drohne bedeutet.

NAVORA fügt sich nahtlos in den bestehenden Festivalbetrieb ein

Die System-Map zeigt das in vier Kategorien. Blau markiert, was durch Navora neu hinzukommt. Grau zeigt die Schnittstellen, die es schon gibt und die Navora mitbedient.


Kein direkter Wettbewerber. Und günstiger als der Status Quo.

Der Markt kennt Einzellösungen. Es gibt Drohnen zur Beobachtung, es gibt Systeme zur Intervention, es gibt Anbieter für Crowd-Analyse. Ein vollintegriertes System, das Beobachtung, Vorhersage, Intervention und Behördenschnittstelle verbindet, findet unsere Wettbewerbsanalyse nicht.
Rechnet man alle Leistungen gegen den heutigen Aufwand, ist NAVORA nicht nur differenziert, sondern auch günstiger. Das Beispiel Rock am Ring: 80.000 Besucher:innen, fünf Betriebstage, ein Sicherheitskonzept für rund 1,3 Millionen Euro. Mit NAVORA sinken die Kosten auf etwa 843.000 Euro, also um rund ein Drittel (eigene Berechnung auf Basis des Status Quo von Rock am Ring 2024).
Der Grund ist einfach. Ein großer Teil des heutigen Budgets fließt in Personal, Beschilderung und Konzepte, die im Ernstfall trotzdem starr bleiben. NAVORA ersetzt diese Posten nicht komplett, aber es macht viele davon überflüssig.


Quellen

Galea, E. R., Xie, H., & Lawrence, P. J. (2014). Experimental and survey studies on the effectiveness of dynamic signage systems. Fire Safety Science, 11, 1129–1143.

Gerlach, J. (2020). Fachliche Aufbereitung von Ursachen der tragischen Ereignisse im Rahmen der Loveparade in Duisburg am 24.07.2010. Bergische Universität Wuppertal.

Wikipedia. (o. D.). Unglück bei der Loveparade 2010. Abgerufen 3. Juli 2026

Wu, W., & Yi, W. (2025). Modeling the dynamical process of behavioral contagion in human crowds during evacuation. Reliability Engineering & System Safety, 261, 110410.