Mit dem strategischen Gestaltungsprojekt ORVIN entsteht ein digitales Gesamtsystem, das Kommunen befähigt, den urbanen Luftraum vorzubereiten, und ihn geordnet sowie durch Partizipative Verfahren mit der Bevölkerung zusammen zu gestalten, statt reaktiv auf Einzelfälle zu reagieren.
Drohnen funktionieren technisch längst zuverlässig. Das eigentliche Problem ist der Raum dazwischen, zwischen dem technisch Möglichen und dem, was gesellschaftlich, politisch und räumlich noch nicht gedacht wurde. In dieser Lücke zwischen Vision und Werkzeug setzen wir ORVIN an. Darüber erkennen wir, dass die psychologische Wahrnehmung in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine eine große Rolle für die Akzeptanz spielt, zu der wir mit ORVIN eine tragende Veränderung mit einem Regelwerk beitragen.
Insgesamt ist ORVIN vergleichbar mit der heutigen Straßenverkehrsordnung, die mit ihrem Einfluss auf die Öffentlichkeit ein umfassendes Sicherheitsgefühl bietet.
Das Projekt verbindet innerhalb eines großen Phasensystems konkret eine kommunale Software zur Steuerung und zum Infrastrukturausbau mit einem konkreten Anwendungsfall. Die Medikamentenlieferung per Drohne in Schwäbisch Gmünd welcher einen realistischen Erstnutzungsfall darstellt der durch die medizinisch notwendige Natur eine Gewisse Grundakzeptanz stellt.
Die Arbeit richtet sich primär an Stadt- und Gemeindeplaner:innen sowie kommunale Entscheidungsträger:innen. Zusätzlich dazu spricht sie zur lokalen Bevölkerung, Infrastrukturbetreiber:innen, Technologieanbieter:innen und Regulierungsbehörden. Der Luftraum gehört zu unserem gemeinsamen öffentlichen Raum und wir müssen ihn jetzt gestalten.
Warum der Luftraum?
Der niedrige urbane Luftraum über der Stadt
Städte wurden für Menschen gebaut, und jede Epoche hat ihre eigene Infrastruktur hinterlassen, dazu gehörten heute Straßen, Schienen oder Leitungen. Der Luftraum über unseren Städten ist die Ebene, die jetzt kommt, auch wenn wir noch nicht vorbereitet sind. In Deutschland sind bereits über 400.000 Drohnen im Umlauf, und die kommerzielle Nutzung wächst rasant: 2030 soll bereits jede fünfte Drohne kommerziell betrieben werden.
Kommunen handeln bislang im Einzelfall, ohne übergeordnete Strategie. Zuständigkeiten verschwimmen zwischen Bund, Ländern und Behörden, die Bevölkerung begegnet dem Thema mit Skepsis und die Regulierung hinkt der technischen Entwicklung hinterher. Die EU hat mit dem U-Space zwar eine Vision eines geordneten urbanen Luftraums formuliert, doch diese bleibt Vision, solange niemand das konkrete Werkzeug baut, das ihre Umsetzung ermöglicht.
„Die Drohnen könnten bereits fliegen, sie dürfen es nur noch nicht.“
Der eigentliche Engpass liegt nicht in der Flugtechnik, sondern im niedrigen urbanen Luftraum als ungeordneter Zwischenebene. Diesen Raum, der greifbar nah über unseren Köpfen ist, aber funktional unsichtbar bleibt, machen wir zum Gestaltungsgegenstand von ORVIN.
Kommunen handeln bislang im Einzelfall, ohne übergeordnete Strategie. Zuständigkeiten verschwimmen zwischen Bund, Ländern und Behörden, die Bevölkerung begegnet dem Thema mit Skepsis und die Regulierung hinkt der technischen Entwicklung hinterher. Die EU hat mit dem U-Space zwar eine Vision eines geordneten urbanen Luftraums formuliert, doch diese bleibt Vision, solange niemand das konkrete Werkzeug baut, das ihre Umsetzung ermöglicht.
„Die Drohnen könnten bereits fliegen, sie dürfen es nur noch nicht.“
Der eigentliche Engpass liegt nicht in der Flugtechnik, sondern im niedrigen urbanen Luftraum als ungeordneter Zwischenebene. Diesen Raum, der greifbar nah über unseren Köpfen ist, aber funktional unsichtbar bleibt, machen wir zum Gestaltungsgegenstand von ORVIN.
Höhenschichten Übersicht
Welches Problem löst ORVIN?
Der Begegnungsmoment
Implementierungslücke
Zwischen technischer Machbarkeit und der Vision eines geordneten Luftraums klafft eine Lücke. ORVIN übersetzt die abstrakte U-Space-Vision in ein konkretes, anschlussfähiges Werkzeug, mit dem Kommunen ihren Luftraum strukturiert einordnen und Entscheidungen vorbereiten können.
Fehlende Infrastruktur für Luftraummanagement
Ohne definierte Korridore, Standorte und ein digitales Steuerungssystem gibt es keine Routen, auf denen ein geregelter Betrieb operieren könnte. ORVIN plant physische Infrastruktur – von Hubs über Abholpunkte bis zu Wetterstationen – und macht ihren Ausbau für Kommunen planbar.
Fehlende kommunale Handlungskompetenz
Das Problem ist kein technisches mehr, sondern inzwischen ein organisatorisches. ORVIN stellt die Kommune ins Zentrum und gibt ihr eine Handlungsebene, die aus verteilten Zuständigkeiten ein steuerbares System macht.
Fehlende gesellschaftliche Akzeptanz
Akzeptanz entsteht durch Erfahrung, nicht durch Aufklärung. ORVIN verankert Vertrauen fest im System – über Transparenzregister, Kennzeichnung und eine bewusst freundlich gestaltete Drohne.
Drohender Verlust digitaler Souveränität
Gestalten Kommunen den Luftraum nicht selbst, übernehmen private Konzerne die Spielregeln. Ein Lizenzmodell verankert die Kommune als regulierende und einnehmende Instanz.
An wen richtet sich ORVIN
Primär richtet sich der ORVIN Flottenmanager an Stadt- und Gemeindeplaner:innen sowie kommunale Entscheider:innen, die den urbanen Luftraum planen, steuern und verantworten.
Sekundär spricht die ORVIN Bürgerplattform die lokale Bevölkerung an – zur niederschwelligen Bestellung, zur Partizipation und zur transparenten Einsicht in die Flugaktivitäten.
Darüber hinaus werden Infrastrukturbetreiber, UAS-Technologieanbieter und Regulierungsbehörden einbezogen, deren Zusammenspiel ORVIN als Rahmen voraussetzt und operativ verbindet.
Funktionsweise des ORVIN Gesamtsystems
##Unser Projektziel
Ziel ist es, ein Orientierungs- und Strukturierungswerkzeug für Kommunen in Form eines Softwaresystems zu entwickeln, das die Lücke zwischen technischer Machbarkeit, der Vision des EU U-Space und der tatsächlichen kommunalen Handlungsfähigkeit schließt. Kommunen sollen ihren Luftraum strukturiert einordnen können, statt im Einzelfall reagieren zu müssen. Langfristig soll so die Grundlage dafür gelegt werden, dass im Ernstfall bereits etablierte und akzeptierte Infrastruktur zur Verfügung steht, statt erst im Krisenmoment improvisiert werden zu müssen.
„Der Luftraum über unseren Städten wird kommen, ob wir vorbereitet sind oder nicht. Die Frage ist nur, ob wir ihn gestalten oder ihn uns gestalten lassen.“
Das Drei-Phasen-Modell
Die drei Phasen von der Regel zum skalierbaren System
ORVIN lässt sich nicht auf einen Schlag herstellen, sondern wächst entlang eines konkreten, erfahrbaren Ansatzpunkts zu einem vollständigen System.
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###Phase 1 – Regelwerk
Höhenschichten als „StVO der Lüfte“
Phase 1 etabliert ein Regelwerk, das als „StVO der Lüfte“ die rechtliche und strukturelle Grundlage schafft. Über definierte Höhenschichten, Bodenzonen, Geschwindigkeiten und Zielgruppen wird der Luftraum selbst zur planbaren Infrastruktur. Diese Phase bildet die Voraussetzung, ohne die alles Weitere nicht trägt.
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###Phase 2 – Umsetzung
Medikamentenlieferung in Schwäbisch Gmünd
Phase 2 ist der eigentliche Gestaltungsschwerpunkt. Am Beispiel von Schwäbisch Gmünd wird aus der Vision ein funktionales kommunales Ökosystem, das die Medikamentenlieferung per Drohne im laufenden Betrieb koordiniert und als Proof of Concept für urbanen wie ländlichen Raum dient. Hier wird das System anfassbar, testbar und erlebbar.
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###Phase 3 – Skalierung
Erweiterung über kommerzielle Use Cases
Phase 3 skaliert das Modell über die Einbindung weiterer Anwendungsfälle und macht es über ein Lizenz- und Gebührenmodell wirtschaftlich tragfähig. Der Luftraum wird zur kontrollierten Infrastruktur, die grundsätzlich für viele Nutzungen offensteht.
##ORVIN Software
Mockups des ORVIN Flottenmanagers
Kern der Arbeit ist die Software. ORVIN tritt dabei nicht als Betreiber auf, sondern als Befähiger: Die Kommune kauft das Werkzeug, baut die Infrastruktur eigenständig aus und verwaltet den Betrieb selbst – ORVIN liefert System, Standard und Support. Das System gliedert sich in drei klar abgegrenzte Module.
Flottenmanager
Kommunale Steuerungsebene mit Live-Kartenansicht und Dashboard
Der Flottenmanager bildet die kommunale Steuerungsebene. Über ein modulares Dashboard, eine Live-Kartenansicht mit 2D/3D-Toggle und Layersystem sowie Drohnendetailansichten behalten Mitarbeitende jederzeit den Überblick über Auslastung, Aufträge und Handlungsbedarf im Netzwerk.
Infrastrukturausbau
Planung und Konfiguration der physischen Infrastruktur
Das Infrastrukturmodul übernimmt Planung und Verwaltung der physischen Infrastruktur. Auf Basis erhobener Verkehrs- und Auslastungsdaten schlägt das System Standorte etwa für Abholstationen oder Wetterstationen vor. Jedes Element lässt sich live konfigurieren und mit einer Mehrwert- und Kostenprognose bewerten.
Hardware Infrastrukturausbau
Bürgerplattform
Die Bürgerplattform bietet einen niederschwelligen Zugang für Endnutzer:innen – zur Bestellung von Medikamenten, zur Partizipation und zur transparenten Einsicht der Flugaktivitäten. Sie ist die konsequente digitale Fortsetzung des Kennzeichnungsprinzips und macht Flugzwecke, Betreiber und Lärmwerte öffentlich nachschlagbar.
Partizipation
Die Drohne
Die Drohne ist das sichtbarste und emotional am stärksten aufgeladene Element des Systems. Sie ist kein technisches Objekt, das nachträglich „nett gemacht“ wurde, sondern ein Kommunikationsmittel, das Regulierung und Psychologie in eine im Alltag lesbare, zugängliche und vertrauenswürdige Form übersetzt.
Drohnengestaltung
Die organische, gerundete Grundform wirkt weniger bedrohlich, die ummantelten Rotoren erhöhen Sicherheit und nehmen der Silhouette die Schärfe. Ein abstrahiertes „Gesicht“ aus zwei Scheinwerfern erzeugt Empathie, ohne ins Uncanny Valley zu kippen, und der hohle, netzartige Mittelteil macht das Innere sichtbar.
„Man sollte nie eine Drohne bauen, ohne dass die Menschen darunter verstehen, wem sie gehört und was sie tut.“
Flächen für kommunales Branding, eine Identifizierungsplakette sowie ein sichtbarer Kamerastatus verankern die Anforderungen an Kennzeichnung, Datenschutz und kommunale Trägerschaft physisch am Gerät.
Auf jeder Drohne angebrachte Identifizierungsplakette
###Dokumentation
Weitere Informationen zum Projekt, zur Methodik, zum Regelwerk sowie zu technischen und konzeptionellen Hintergründen sind in der Dokumentation zusammengefasst.